Die Blume, die auf Beton wächst benötigt keinen Blumentopf, oder Rahmen, in dem sie leben soll. Sie wächst einfach und fragt nicht nach Erlaubnis. Kein Mensch hat sie dort geplant, niemand hat sie dort eingepflanzt, sie vertritt keine Einheitsmeinung. Trotzdem, jeder, der sie sieht ist zumindest erstaunt, wie eine Blume auf Beton wachsen kann. Viele sind positiv überrascht und bewundern die Blume. Warum soll es mit dem Menschen anders als mit dieser Blume sein? Kann der Mensch auch so frei, wie diese Blume sein oder wächst jeder von uns für immer und ewig in einem schönen gleichen Einheitsblumentopf auf?
Wann veränderst Du die Welt?
Deutschland am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war mit Sicherheit kein einfacher Ort für einen jungen Mann jüdischer Abstammung. Hätte man erwartet, dass eben so eine Person, ein Mitarbeiter des Patentamtes, namens Albert Einstein, mit seiner Relativitätstheorie die Welt verändern wird?
Indien während der britischen Kolonialherrschaft war von unterschiedlichen teilweise sehr gewaltsamen Konflikten geprägt, unter welchen vor allem die Bevölkerung stark gelitten hat. Hätte man es für möglich gehalten, dass ein Junge, namens Mahatma Gandhi, aus einer kleinen indischen Hafenstadt einmal zum geistigen und politischen Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung wird? Seine Ideen von gewaltfreien Aktionen und zivilem Ungehorsam haben Indien befreit. Sie inspirieren bis zum heutigen Tag viele Menschen und bewegen sie zum kritischen Denken. Hätte das jemand vorhersagen können?
Das Apartheid (wörtlich „Getrenntheit“) beschreibt die Rassentrennung zwischen „weißer“, europäischstämmiger Bevölkerungsgruppe und all den anderen Gruppen in Südafrika, die eine lange Zeit ein tragisches Schicksal für viele Südafrikaner signiert hat. Mittlerweile ist es ein Strafbestand im internationalem Recht. Wer hätte gewagt zu denken, dass der kleine „Unruhestifter“, namens Nelson Mandela, einmal nach 28 Jahren im Gefängnis als politischer Gefangener im stark zerstrittenem Land das südafrikanische Volk gewaltfrei und mit Empathie füreinander vereinigen wird, indem er Präsident des Landes wird?
Geduld ist eine Tugend
Die Antwort auf all die oben formulierten Fragen ist „nein“: man hätte es nicht erwartet, nicht für möglich gehalten oder zu denken gewagt. Und trotzdem ist das alles passiert. All diese Menschen haben unsere wunderschöne Welt positiv und nachhaltig verändert, weil sie sich nicht an den vorgegebenen Rahmen gehalten haben. Sie haben alle den Mut gehabt etwas zu tun, was intuitiv gut war und anderen helfen würde. Das waren eben die Menschen, die nicht gesagt haben: „naja, was willst Du denn, so war es schon immer…“. Stattdessen sagten sie: „lass es uns besser machen…“. Und sie haben es geschafft. Es klappte nicht ohne Widerstand und auch nicht sofort, das ist klar; manchmal mussten sie mehrere Jahre geduldig im Gefängnis dafür verbringen, weil sie es gewagt haben kritische Fragen zu stellen; ein anderes Mal mussten sie das eigene Land verlassen, weil sie durch die Herrschenden nicht akzeptiert wurden. Jedoch am Ende haben sie es geschafft eine Veränderung herbeizuführen, die Vielen geholfen hat und bis heute hilft. Sie haben sich in die Freiheit „gedacht“.
Freies Denken statt Erwartungserfüllung
Im Prinzip haben alle oben genannten Menschen ähnlich gedacht. Sie waren sich dessen bewusst, wie das System funktioniert. Sie haben jedoch nicht nach den vorgegebenen Standrads gedacht, sondern einfach frei gedacht. Die Tausend Regulationen, für die es immer „sehr gute “ Gründe gibt, haben sie nicht angenommen, weil sie wussten, dass diese deren Potenzial blockieren werden.
Du denkst, dass wenn Du alle Erwartungen erfüllt hast, wird dann alles gut werden. Aber geht es Dir dann auch wirklich gut? Wenn Du alle Erwartungen erfüllt hast, weißt Du dann noch, wer Du bist? Wenn Du jeden Tag Wurst isst, hast Du irgendwann mal auch genug von Wurst. Wenn Du jeden Tag gezwungen wirst das Gleiche zu denken, wo ist hier der Unterschied zu der Wurst jeden Tag? Nur wenn Du Dich äußerst, weißt Du, dass Du nichts gegen Dich machst. Nur so kannst Du Dich selbst kennen lernen und erfahren, was Dir wirklich gut tut. Das wird Dich als Individuum ändern.
Deine Haltung wird sich von alleine verändern, sobald Du Dich traust „nach oben“ zu blicken, in einem Moment, in dem es keiner erwartet. Du wirst nie neue Horizonte entdecken, wenn Du immer nach unten schaust. Plötzlich fängst Du an auf Dich zu hören und auf das, was Dir gut tut. Und es fängt alles damit an, dass Du Dich das Erste mal traust Deine Meinung zu äußern und gerade dann, wenn die Mehrheit rund um Dich, Dich zu einer Einheitsmeinung zwingen will. Wenn du Dich in diesem Moment äußerst, das wird Dich und Dein Leben vollkommen verändern. Du wirst auch die Menschen in Deiner Umgebung mit neuen Augen sehen und vielleicht erkennen, dass Dein neuer Weg nicht allen passt. Du wirst aber erspüren, dass dies der einzig mögliche Weg für Dich ist, weil er wahr ist und Dich frei denken lässt…
Finde Deine Freiheit
Habe keine Angst Grenzen setzen, damit Dir keine Grenzen gesetzt werden. Du musst wissen, wo Deine Grenzen sind, damit Du weißt, wenn und ob diese eingeschränkt oder überschritten werden. Nur dann kannst Du wissen, ob man Dir deine Freiheit nimmt. Nur so findest Du Deine eigene Freiheit. Was man von einer kleinen Blume alles lernen kann…
Aufgabe:
Äußere in einer Situation Deine Meinung, die anders als die Einheitsmeinung ist und fühle Dich gut damit.
Sage einmal pro Tag „nein“, wenn man von Dir erwartet „ja“ zu sagen und sei stolz auf Dich, dass Du es gemacht hast.
Schreibe uns gerne unten Dein Kommentar oder vereinbare direkt einen ersten Beratungstermin.

Autor: Doktor Paweł Szczerbak
Der Autor nimmt seine Kraft und Inspiration direkt von der Natur. Bei einem Spaziergang im Wald oder auf einer Wiese beobachtet er die Umgubung und lernt von ihr. Jeder Organismus arbeitet in der Natur, aber keiner leidet unter burn-out, Mobbing oder etc. Unsere Arbeitswelt kann von der Natur viel lernen, und damit auch gesunder werden. Von diesem Leitgedanken inspiriert, hat der Autor die gemeinnützige Organisation KIBODO gegründet, er berät Menschen, die nach dem richtigen beruflichen Weg suchen und beschäftigt sich mit der Bedeutung und Einfluss dessen, was wir sagen, auf das, was wir Denken.
Kontakt: https://kibodo-eu.com/
Sehr inspirierend. Der Zwang, anderen „alles recht machen“ zu wollen hindert uns daran, zu sehen was wir selbst und wohin wir gehen wollen.
Tag für Tag verlieren wir uns ein Stück mehr selbst.
Hallo,
danke sehr für Deinen Beitrag. Das Gute ist, dass dieser negative Prozess jeder Zeit auch umgedreht werden kann; wir können uns nämlich in jedem Moment unseres Lebens dazu entscheiden, dass wir den Anderen nicht „alles recht machen“. Und, statt uns Tag für Tag zu verlieren, können wir uns so Schritt nach Schritt wieder finden und etwas Gutes für sich selbst tun; wir sind es wert, Du bist es wert.
Vielen Dank….
Liebe Frau Blechschmidt,
danke für Ihr Kommentar.
Viele Grüße
Es fällt mir immer schwer, nein zu sagen, weil ich nicht möchte, dass jemand sauer auf mich ist. Aber nachdem ich Ihren Inhalt gelesen habe, beschließe ich, einmal am Tag nein zu sagen🙏🤗
Hallo,
es ist tatsächlich nicht leicht „nein“ zu sagen, weil wir nicht wollen, dass jemand sauer ist, oder wir wollen niemanden enttäuschen und etc… Der Preis dafür ist jedoch sehr hoch. Die Anderen sind somit wichtiger, wie wir; das kann nicht gesund sein, das kann uns nicht glücklich machen… Wenn wir uns aber mit Liebe behandeln und wissen, wo unsere Grenzen sind, haben wir eine Chance wirklich glücklich zu werden. Es ist einfacher als gedacht – „nein“ zu diesen Sachen sagen, die nicht gut für uns sind.
Danke für Ihren Beitrag und Ihnen alles Gute.
Paweł